Wiebelsheim
Am östlichen Rand des Hunsrücks, in der Nähe des Tals der Loreley liegt das kleine Sechshundert-Seelen-Ort Wiebelsheim, eingebettet in eine traumhaft schöne, idyllische Landschaft. Bis zum Taunus ist es von hier nicht mehr weit. Das Obere Mittelrheintal zählt zu den Weltkulturerben, und Wiebelsheim ist ein Teil davon. Darauf ist man hier auch mit Recht stolz. Über der Geschichte von Wiebelsheim ist einiges bekannt. Es ist nachgewiesen, dass der Ort irgendwann im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt entstanden sein muss. Wiebelsheim zählt somit zu den ersten Siedlungen im Hunsrück. Im Laufe der Zeit durchlebte man im Dorf Wiebelsheim einige Veränderungen, nicht nur was die Einwohnerzahlen betrifft. Wiebelsheims Geschichte ist eng mit der des Oberwesels verbunden. Irgendwann um das Jahr 1400 wurden die Wiebelsheimer der 1392 in Damscheid geschaffenen Altarpfründe und der Oberweseler St. Martin Kirche zugeschlagen. Für die Pfarrkinder bedeutete es sogar noch gegen Ende des 18. Jahrhunderts, dass sie an der jährlichen Markus-Prozession in Oberwesel teilnehmen mussten. Außerdem mussten sie ihren Teil zum Bau des neuen Pfarrhauses St. Martin beitragen. Ähnlich, wie zahlreiche andere Gemeinden in dieser Region, wurde auch Wiebelsheim 1794, als die französischen Revolutionstruppen das linke Rheinufer eingenommen haben, französisch. Der Wiener Kongress 1814 bereitete dem ein Ende, indem im Rahmen des Vertrages Wiebelsheim dem Königreich Preußen zugesprochen wurde. Zu Rheinland-Pfalz gehört Wiebelsheim seit 1947, als das Bundesland neu gegründet wurde. Nach Ende des Ersten Weltkrieges war Wiebelsheim vorübergehend wieder französisch. Auch der Zweite Weltkrieg hinterließ seine Spuren am Dorf. Hier, in Wiebelsheim wurde das Gefangenenlager „Stalag XII C“ eingerichtet.
Sehenswürdigkeiten in Wiebelsheim
In Wiebelsheim dürfen Besucher die Kirche im Ort bewundern, die dem Heiligen Petrus geweiht wurde. Erbaut wurde das Gotteshaus 1846. Obwohl Wiebelsheim gerade mal etwas mehr, als 600 Einwohner zählt, heißt das nicht, dass es hier langweilig ist. Zwei bekannte Verlage haben ihren Sitz an diesem Ort. Einen Katzensprung von der schönen Kirche entfernt befindet sich ein Fachwerk-Quereinhaus, das aus dem 19. Jahrhundert stammt. Es ist teilweise massiv und verschiefert. Die Kirche und das Fachwerkhaus stehen unter Denkmalschutz. Keine Sehenswürdigkeit im klassischen Sinne, aber eine Veranstaltung, die man – wenn man schon hier ist – unbedingt besuchen sollte, ist der Wiebelsheimer Markt. Der Markt wird traditionsgemäß stets an dieselbe Stelle veranstaltet, nämlich direkt an der L220 zwischen Wiebelsheim und Kisselbach. Der Markt findet jährlich am Dienstag vor Jakobi statt. Ursprünglich war der Wiebelsheimer Markt ein Vieh- und Krammarkt. Über viele Jahre behielt man diese Tradition. Obwohl 1981 der damalige Gemeinderat beschloss, dass der Markt künftig in der Halle Kasper – aus Gründen der Witterung – abgehalten werden kann, wurde der Markt zum 100 jährigen Jubiläum wieder an seinen traditionellen Platz an die L222 zurückverlegt. Heute ist der Wiebelsheimer Markt kein Viehmarkt mehr. Vielmehr wird hier groß gefeiert, mit Fassanstich durch den Bürgermeister. An den Ständen werden Kunsthandwerk und kulinarische Köstlichkeiten angeboten.
Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Wiebelsheim
Die Wiebelsheimer Umgebung bietet ihren Besuchern vor allem eines: sehr viel Natur. Der Wiebelsheimer Wald ist ein beliebtes Ausflugsziel, nicht nur bei den Einheimischen. Auch Gäste, die in den größeren Städten in der Nähe ihre Quartiere haben, fahren gerne hierhin, um es sich gut gehen zu lassen. Lange Spaziergänge und Wanderungen bieten sich hier an. Auch für Fahrradfahrer bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, sich in dieser idyllischen Landschaft zu bewegen.
Daten und Fakten zu Wiebelsheim:
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Verbandsgemeinde: Sankt Goar-Oberwesel
Höhe über NN: 440m
Fläche: 7,32km²
Vorwahl: 06766
Postleitzahl: 56291
Einwohner: 605 (Stand Dezember 2009)
KFZ-Kennzeichen: SIM
