Raversbeuren
In der Nähe des Flughafens Hahn liegt das beschauliche Dörfchen Raversbeuren, auf einer Höhe von 420m ü. NN. Gerade mal 120 Einwohner zählt das Dorf, das in einer wunderbaren Landschaft eingebettet liegt und Ruhe und Erholung ausstrahlt. Die kleine Wohngemeinde ist landwirtschaftlich geprägt, die Umgebung ist von Wäldern bedeckt. Die Geschichte der Gemarkung geht auf eine Zeit noch vor Christi Geburt zurück. Darauf weisen einige Funde hin, die in Raversbeuren und in der näheren Umgebung freigelegt wurden. Darunter waren einige Feuersteine, ein Steinbeil, sowie zahlreiche Gräber aus der späteren Hallstattzeit etwa 500-600 v. Chr. Auch wurden einige Münzen gefunden, die wohl aus der Zeit um 320 nach Christi Geburt stammen. Raversbeuren war auch in der Römerzeit besiedelt. All diese Besiedlungen können durch entsprechende Funde aus den jeweiligen Epochen belegt werden. 1324 wurde Raversbeuren zum ersten Mal urkundlich erwähnt, damals lautet der Name des Ortes noch Ravengisburen. Es ist durchaus anzunehmen, dass der Ort eine Art Außensiedlung des Klosters Ravengiersburg war. Aus dem 13. Jahrhundert stammen der Kirchturm und die Glocke mit der Inschrift MAGISTER CONRADUS DE WORMATIA FECIT * MARIA VOCOR* (Magister Konrad von Worms schuf mich – Maria werde ich gerufen). Laut dem Glockenatlas ist diese „kleine“ Glocke die älteste Kirchenglocke Deutschlands, in der der Name des Gießers gemeißelt ist. Auch die Pest fand den Weg in dieses winzige Dörfchen. Zum ersten Mal wütete die Krankheit 1567 im Dorf. Ganze 54 Jahre später, im Jahr 1621 trat die Seuche wieder auf. Auch die Kriege haben ihre Spuren in dieser Gegend und in der Gemeinde selbst deutlich hinterlassen. Nicht nur der Erste und der Zweite Weltkrieg, auch der Dreißigjährige Krieg brachten dem Dorf bittere Tage mit. 1794, als die französischen Revolutionstruppen das linke Rheinufer übernahmen, wurde auch Raversbeuren französisch. Dem wurde auf dem Wiener Kongress 1814 ein Ende gesetzt, wo Raversbeuren dem Königreich Preußen zugesprochen wurde. Seit 1947 gehört das Dorf zum damals neu gegründeten Bundesland Rheinland-Pfalz.
Sehenswürdigkeiten in Raversbeuren
Besondere Sehenswürdigkeiten hat das winzige Dörfchen zwar nicht zu bieten, dennoch lohnt sich ein kurzer Spaziergang durch den Ort. Die evangelische Kirche und der historische Brunnen können besichtigt werden. Die Evangelische Kirche stammt aus dem 17. Jahrhundert, nachdem die alte Kirche wegen Baufälligkeit beinahe restlos abgetragen wurde. Nur der Westturm aus dem 13. Jahrhundert blieb hier erhalten, ebenso die Glocke. Außerdem befindet sich im Dorf ein altes Fachwerkhaus, teilweise Massiv, aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Raversbeuren
Die kleine Wohngemeinde ist landwirtschaftlich geprägt. Die traumhaft schöne Landschaft begleitet den Besucher auf seinem Weg durch die Orte dieser Region. Weite Felder und Wiesen, und schattige Wälder laden dazu ein, die Natur in vollen Zügen zu genießen. Raversbeurens Umgebung kann man auch wunderbar mit dem Fahrrad, oder mit dem Motorrad sehr gut erkunden. Die Straßen führen durch winzige Orte, die alle einen ganz eigenen Reiz und Charme haben.
Daten und Fakten zu Raversbeuren:
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Verbandsgemeinde: Kirchberg
Höhe über NN: 420m
Fläche: 5,14km²
Vorwahl: 06543
Postleitzahl: 56850
Einwohner: 125 (Stand Dezember 2009)
KFZ-Kennzeichen: SIM
