Armut im Kreis nimmt zu
Kinderarmut ist oft eine nicht leicht zu erkennbare Tatsache. Armut ist schließlich ein dehnbarer Begriff. Der Bezug von Hartz- IV ist jedoch ein guter Indikator für Armut. Wie viele Gesichter Armut auch für junge Menschen haben kann, stellte die SPD- Arbeitsgemeinschaft im Alten Bahnhof in Emmelshausen vor. Über 1100 Kinder, das heißt Jugendliche unter 15 Jahren, leben in diesem Kreis von Hartz-IV. Die Zahl stammt aus dem Alltag des Jobcenters. 40 Prozent der täglichen Nutzer des Angebotes der „Tafel“ beispielsweise sind Kinder, die Tendenz ist steigend.
Im Jahr 2010 wurden im Rhein-Hunsrück-Kreis fast 2.500 Familien durch Mittel des Jobcenters unterstützt. Nicht immer handelt es sich um Arbeitslose. Auch Menschen, die eine Arbeit haben, aber so schlecht bezahlt sind, dass das Existenzminimum nicht erreicht wird, müssen durch das Jobcenter finanziert werden. Die Hauptleidtragenden der finanziellen Unterversorgung sind oftmals die Kinder. Dafür, dass sie wenigstens einmal täglich eine warme Mahlzeit bekommen, sorgen die sechs Ausgabestellen der Tafel im Kreis. Hier bekommen sie Lebensmittel, die sich ihre Erziehungsberechtigten finanziell nicht leisten können. Seit Gründung der Tafeln 2005 wurden an den sechs Standorten 1000 Tonnen Lebensmittel ausgegeben, beinahe die Hälfte davon ging an Kinder.

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